17.04.2020

Ebikes

Es gibt auch noch andere Themen in der Presse. Gelegentlich.

Auf ZEIT-online gibt es eine Serie über Ebikes. Durchaus löblich!
Da erfährt man doch tatsächlich, dass Elektromobilität mit dem Fahrrad nicht nur etwas für Alte, Faule oder Invalide ist. Wow!

Es sollen sogar schon Menschen unter 40 auf einem Ebike gesichtet worden sein: unfassbar! Gerüchteweise haben sich sogar in Einzelfällen schon echte Designer mit dieser Produktklasse befasst! Kaum zu glauben!

Vermutlich werden demnächst diese Bikes auch noch außerhalb des Sanitäts-Fachhandels vertrieben…

Toll – mal was anderes als Corona zu lesen…

14.04.2020

Hochkant-Videos

Darf man in so ernsten Zeiten über die Absurditäten des Alltags schreiben?
Ich finde: ja!

Vor etwa einem Jahr habe ich so etwas wie eine Glosse über das Phänomen „Hochkant-Videos“ geschrieben. Zu meinen damaligen Betrachtungen kann ich immer noch stehen.

Inzwischen hat sich der Irrwitz weiter ausgebreitet: Selbst bei Konzerten (ja, so etwas gab es vor den Corona-Zeiten) stehen inzwischen Menschen vor einer 80m breiten Bühne und schwenken mit ihrem Hochkant-Handy hin und her. Das Bild besteht hauptsächlich aus Publikum und der Hallendecke – und trotzdem kommen sie nicht auf die Idee, das Handy zu drehen, um sich damit auf natürliche Art dem Aufnahmeobjekt anzupassen.

Der letzte Trend: In der neuen „heute-App“ gibt es einen extra Bereich für Hochkant-Videos. Damit passt sich selbst das klassische TV-Medium den Smartphone-Sehgewohnheiten an. Das nennt man wohl „totale Kapitulation“.

Ich schlage als nächsten Schritt vor, auch die Fernseh-Bildschirme und Kino-Leinwände auf Hochkant umzubauen.

Vielleicht erbarmt sich nach ein paar 100 000 Jahren auch die Evolution und ordnet endlich unsere beiden Augen übereinander – statt wie bisher so altmodisch nebeneinander – an.

Dann wäre wieder alles in bester Ordnung!

18.01.2020

Ausprobieren ist ja wirklich reizvoll: Man kann entscheiden, ob die neue Sache zu einem passt und man kann – auch bei einer klaren Verneinung – immer noch sinnvoll mitreden.

Heute Nacht war der E-Scooter dran. Die letzte Bahn war schon weg, der Fußweg erschien etwas zu weit, das Auto war schon zu Hause.
Was macht der moderne Rentner: Er lädt die LIME-App runter, meldet sich an, zahlt über PayPal 5 Euro auf ein Prepaid-Konto und macht sich mit der geöffneten App auf die Suche nach dem nächsten angezeigten Fahrzeug.

Nun gut. Es herrschten erschwerte Bedingungen. Dunkel, kalt und ungemütlich. Keine Erfahrung oder Vorinformationen. Es hakte etwas. Eine erfahrene Userin kam mir zu Hilfe (das mag für andere Menschen in meinem Alter normal sein – für mich ist es nicht identitätskompatibel).
Ich fuhr voll konzentriert. Es fühlte sich extrem unkomfortabel an, hart und ruckelig. Aber ich kam zu Hause an. Noch hatte ich einen kleinen zeitlichen Vorspruch gegenüber dem Fußmarsch…

Kapiert hatte ich schon, dass ich mich elektronisch abmelden musste.
Das ging aber leider nicht. Weil ich – ohne es zu ahnen – die vorgesehene Nutzungszone verlassen hatte.
Was tun? Es war immer noch dunkel, kalt und ungemütlich.
Ich fuhr zurück in die erlaubte Zone. Es handelte sich um mehr als die Hälfte der Strecke, die ich insgesamt zurückgelegt hatte.

Das Parken und Abmelden funktionierte dann ganz gut. Ich sollte noch ein Foto machen – zum Beweis, dass ich vernünftig geparkt hatte. Fotos machen kann ich.

Ich brauchte dann nur noch nach Hause laufen. Am Ende war mir dann auch warm.
Von den 5 Euro waren 4,20 € verbraucht. Wegen der ganzen Hin- und Herfahrerei.
Ich war dann etwas 30 Minuten später zu Hause als bei einem ganz normalen Fußmarsch. Aber um eine Erfahrung (Wortspiel!) reicher.
Die 80 Cent lasse ich verfallen. Die App wird gelöscht.
Goodbye, schöne neue E-Scooter-Welt!

… Hochkant-Videos

Wenn man irgendwann in der Mitte des letzten Jahrhunderts geboren wurde und dann in die Jahre kommt, hat man als aktiver Medien-Mensch, also als Foto-/Film-/Video-Amateur schon so einige technische Revolutionen mitgemacht. Noch stärker als bei der Fotografie, wo es im wesentlichen nur um den Übergang in das digitale Zeitalter ging, hat es für den Heim-Videobereich ein ganzes Arsenal von Systemen gegeben, die sich vom alten Super-8-Format über immer kleinere und hochauflösendere magnetische  Videobänder (die zunächst analoge, dann digitale Signale enthielten) bis hin zur volldigitalen Speicherung und Bearbeitung in aktueller 4K-Qualität gesteigert haben.
Parallel dazu entwickelten sich die Darstellungsmöglichkeiten und -qualitäten: Nachdem zunächst die Leinwand wie im Kino durch den Filmprojektor angestrahlt wurde, kamen dann die elektronischen Röhren-Bildschirme, also die normalen Fernseher dran; oft mit einem enttäuschenden Ergebnis. Nachdem – nach zwischenzeitlichen Einsatz der Beamer-Technologie – der große  Flachbildschirm mit mindestens HD-Auflösung Einzug in die Wohnzimmer gehalten hat, machte das Videografieren auch für qualitätsbewusste Filmer richtig Spaß.

Eines stand während dieses ganzen Entwicklungsverlaufs allerdings nie in Frage: Film- bzw. Videobilder leben vom Querformat! So wie man die Welt sieht, so wie man Kino und TV immer erlebt hat. Eigentlich galt und gilt die Devise: Je breiter desto besser! Das spürt man insbesondere dann, wenn man alte, im Format 4:3 aufgenommene Fernsehbilder auf einem modernen Monitor betrachten muss. Fürchterlich!

Alles könnte gut sein – aber dann kamen die Smartphones!

Plötzlich konnte Jedermann und Jedefrau immer und überall ziemlich hochwertige Videoaufnahmen herstellen. Und das passierte dann auch. Was man sich allerdings mit meiner Vorgeschichte nicht vorstellen konnte: Die Menschen halten ihre Smartphones einfach so in der Hand, wie sie es immer tun und erzeugen damit tatsächlich sehenden Auges Hochkant-Videos! Unfassbar!
Mir würde eher die Hand abfallen als zu vergessen, das Handy um 90° zu drehen um „richtige“ Videos zu machen. Die man dann später auch auf anderen Endgeräten angemessen anschauen kann, die man in Video-Schnittprogrammen zu echten Filmen verarbeiten kann.

Es ist eine echte Zäsur, ein Generations-Bruch!
Wer das Videografieren auf dem Smartphone beginnt und sowieso nie eine andere Betrachtungsform als das Smartphone-Display wählt, empfindet kein Problem. Es entsteht kein Leidensdruck. Es gibt noch nicht einmal ein Bewusstsein für die „Perversion“ dieser Aufnahmetechnik.
Und so passiert es inzwischen, dass man selbst in der Tagesschau dokumentarische Bilder gezeigt bekommt, in denen ein mickrig kleiner Bildstreifen in der Mitte die eigentliche Information enthält und rechts und links davon unscharfe breite Streifen dazugemogelt werden.

Es ist verrückt: Die Leute haben kinoähnliche 65-Zoll-Monitore an der Wand, die ihre Smartphone-Aufnahmen in einer genialen Qualität im Format 16:9 wiedergeben könnten. Aber sie machen Hochkant-Videos. Weil – ja weil man das Handy mal gerade so in der Hand hat – und für das Querformat vielleicht die zweite Hand als Unterstützung bräuchte.

Ich werde scheinbar alt – und verstehe die Welt nicht mehr in allen Facetten!

Deutschland – Autoland?

Wir befinden uns am Beginn einer Krise – einer Krise unserer Automobilwirtschaft. Noch machen die Konzerne gute Geschäfte mit tonnenschweren, übermotorisierten Dinosauriern – doch brausen sie alle gemeinsam in einem noch weitgehend ungebremsten Tempo in eine Sackgasse. Wenn wir Glück haben, meistern wir dieses Krise irgendwie. Wenn das gelingen sollte, dann nicht wegen der Fähigkeiten sondern trotz der Unfähigkeit unserer Automobil-Manager.

Warum – so fragt man sich – finden sich in den millionenschweren Chefetagen keine Persönlichkeiten mit visionären, wirklich innovativen Ideen und Zielen? Warum reicht es noch nicht mal für einen realistischen Blick in die nahe Zukunft? Besteht die einzige vorstellbare Management-Strategie in dem Festhalten an dem Vorhandenen? Statt sich dem seit langem vorhersehbaren Trend zuzuwenden (der emissionsfreien Mobilität), wird politische Lobby-Arbeit betrieben und über viele Jahre der Versuch gemacht, sich durch kriminelle Absprachen und technische Manipulationen durchzumogeln. Als ob sich die Notwendigkeiten des Klimaschutzes und die Konkurrenz im  Rest der Welt so lange gedulden würden, bis auch der letzte deutsche Manager bereit und in der Lage ist, die Welt zu verstehen.

So sollen Arbeitsplätze gesichert werden?
Ein Armutszeugnis!