Düsseldorf zwei Tage vor der Wahl: Grün und Future

Die volle Dröhnung für die Freunde des gemäßigten Klimas: Die Abschluss-Kundgebung von Habeck und Baerbock geht praktisch übergangslos in die Demo zum internationalen Klima-Streik über.
Da lohnt sich die Anreise: Zwei Groß-Events auf einen Streich!
Der Platz war voll, der Demo-Zug unüberschaubar.

Es ist – wenig überraschend – überwiegend seine Standard-Rede, mit der Habeck das Finale eröffnet. Wie soll man sich und seine Botschaft auch nach zig Auftritten noch neu erfinden?
Das Publikum ist interessiert und wohlwollend. Die solidarische Stimmung wird nur durch eine kleine Gruppe von Störern angekratzt: Es sind wirklich seltsame Leute, die sich da mit Tröte und Trillerpfeifen bemerkbar machen.

Nach einem musikalischen Zwischenspiel erscheint Annalena Baerbock. Unabhängig von persönlichen Vorlieben ist sie heute unangefochten die Hauptperson. Der Auftritt gelingt! Annalena ist energiegeladen, kämpferisch und klar. Ihr Wahlkampf-Stil passt heute in diese Situation: Es geht um Mobilisierung! Schließlich wird die Kundgebung in die ganze Republik gestreamt…

Die Störer werden kurzfristig lauter. Sie haben inhaltlich nichts zu sagen; keine ihrer Parolen haben irgendeinen Bezug zum Gesagten. Die Polizei ist nah dran und verhindert, dass es zu irgendeinem Gerangel kommt.

Natürlich ist die nachfolgende Klima-Demo keine Veranstaltung der GRÜNEN.
Aber es wird schnell deutlich, dass die Schnittmengen zwischen dem Publikum von Habeck und Baerbock und den Teilnehmern des Demo-Zuges sehr groß ist.
Und trotzdem überwältigt der Eindruck, wie lang die Demo schon ist, bevor die sich die Gruppen mischen.
Der Klima-Streik in Düsseldorf ist ganz offensichtlich ein großer Erfolg.
(Ob die vielen im Stau stehenden Autofahrer/innen aus lauter Frust jetzt etwas Doofes wählen – darüber denkt man am besten nicht nach).

Der Kontrast zur anderen – der weitgehend klima-ignoranten Konsumwelt – ist natürlich auf der Düsseldorfer Kö unmittelbar spürbar. Lastenfahrräder und Protz-Karossen symbolisieren zwei Lebens- und Zukunftsentwürfe, die es in den nächsten Jahren irgendwie zusammenzuführen gilt.
Egal wie die Wahl ausgeht: Diese Aufgabe kommt auf jede Regierung zu.
Wer heute hier in Düsseldorf dabei war, wird sich nicht ernsthaft eine nächste Ministerriege ohne grüne Beteiligung vorstellen können.


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