Party-Szene?

Ich kann es nicht mehr hören!
Warum nennt man seit zwei Tagen die gewalttätigen Menschen, die in Stuttgart Menschenleben gefährdet und Eigentum verwüstet haben, verharmlosend „Party-Szene“?

Gehört es inzwischen zum üblichen Zeitvertreib, sich bei einer sich bietenden Gelegenheit gegen Polizeikräfte zu solidarisieren und Langeweile oder Frust in Gewalt abzuführen?
Als Event? Als antiautoritäre Befreiungsgeste?

Wie wohltuend und beruhigend muss das für diese Gruppierungen klingen, wenn sie sich in der Öffentlichkeit weiter als Party-Szene bewertet fühlen. So schlimm kann es also nicht sein…
Für mich ist das unverständlich!

2 Antworten auf „Party-Szene?“

  1. Etwa 500 Jugendliche und Erwachsene waren es, die mal zeigen wollten, wer die Macht im Lande hat. Meiner Ansicht nach stehen sie für eine Entwicklung und Haltung in der Gesellschaft, die es ernsthaft zu betrachten gilt. Die Selbstverständlichkeit, mit der Menschen davon ausgehen, dass Nichts und Niemand ein Recht hat, gewohnte Strukturen und Bequemlichkeiten in Frage zu stellen, die Selbstverständlichkeit, mit der Werte sich in den letzten Jahren schleichend verabschiedet haben, die Selbstverständlichkeit, dass Förderung und Wachstum nicht einhergehen darf mit Forderung und Eigenverantwortung. Aber auch eine demokratische und humane Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn sie sich zu klaren Werten und Traditionen bekennt. Wir haben jahrzehntelang mit vermeintlicher Toleranz Institutionen wie zum Beispiel die Schule und LehrerInnen überfordert. Wir haben mit vermeintlicher Toleranz zugeschaut, wie PolizistInnen, ÄrztInnen, PastorInnen etc in den Fokus vernichtender Kritik geraten sind und damit den größten Teil der Bevölkerung alleine gelassen in ihre Suche nach einer Position in unserer Gesellschaft. Ich möchte ein buntes, demokratisches, weltoffenes Deutschland. Wir müssen den Mut haben, humane Werte nicht zur Diskussion zu stellen. Unsere Kinder sind der Spiegel unserer Gesellschaft. Und hinter jedem Jugendlichen steht eine Familie, stehen Eltern, stehen wir, die wir zu lange die Spiegel verhängt haben. Alles ist möglich, davon gilt es, sich zu verabschieden.

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