„Vakuum“ von Phillip P. PETERSON

Bewertung: 3 von 5.

Von Haus aus ist PETERSON Ingenieur im Bereich Raumfahrt, inzwischen ein erfolgreicher Science-Fiction-Autor. Das ist sicher keine schlechte Kombi.

Es geht in dem Buch um nicht weniger als den kompletten Weltuntergang. Schuld ist ein kosmisches Phänomen, das mit der Ausbreitung eines Vakuums zu tun hat.
Weitere Angaben zur Basis-Handlung verbieten sich aus meiner Sicht, denn sie wären eine Vorwegnahme von Ereignissen, die Teil des Spannungsbogens sind.
Nur so viel: Es gibt noch eine zweite Erzähl- und Zeitebene. Und irgendwo und irgendwie sollte es doch eine Verbindung geben…

Es werden einige Protagonisten eingeführt, die dem Plot den notwendigen persönlichen Touch geben. Natürlich laden einige dieser Figuren den Leser zur Identifikation ein. Ihr Schicksal ist mit dem Erkennen der Gefahr bzw. mit den Anstrengungen verbunden, einen Ausweg aus der tödlichen Bedrohung zu finden.
Es geht dabei u.a. um engagierte Wissenschaftler/innen, promiskuitive Raumfahrer, sterbende Mütter, mehr oder weniger verantwortliche Politiker und eine Ehe, die eigentlich gescheitert ist, aber…
Kurz gesagt: Es geht – welch Überraschung – auch angesichts des totalen Lockdowns menschlich, allzu menschlich zu.

Auch um Technik geht es – wie auch sonst. Um sehr besondere Technik, deren Plausibilitäts-Niveau sicherlich zu größeren Kontroversen zwischen den Freunden des Genres führen könnten.
Wie so oft: Man muss ich halt einlassen – oder es sein lassen!
(Obwohl: Das mit dem handwerklichen Schweißen der Stahlplatten – das ist schon grenzwertig; ebenso die Antriebstechnologie).

Doch auch den psychologischen und sozialen Prozessen wird einige Aufmerksamkeit gewidmet: PETERSON versucht sich auszumalen, wie die Menschheit auf die Bedrohung reagiert – und wie viel Einfluss darauf man vielleicht durch geeignete Öffentlichkeitsarbeit bzw. Zwangsmaßnahmen nehmen kann.

Mir persönlich hat der Auftakt am besten gefallen, also der Weg bis zum vollständigen Erkennen der dramatischen Ausgangslage. Da fühlt man sich gut mitgenommen: Es entstehen die Handlungsstränge und man freundet sich langsam mit den agierenden Personen an.
Bei der Figur des geläuterten Playboy-Astronauten gibt es dann den Versuch, eine differenzierte, mehrschichtige Figur zu gestalten. Na ja…

Zu Gute halten muss man dem Roman schon, dass die zweite Dimension (wo und wann sie immer spielt) die Sache zusätzlich komplex und reizvoll macht. Da stecken ein paar schöne Ideen drin. Nett konstruiert!

Insgesamt ist das alles gute, solide Kost, aber sicher kein literarischer Leckerbissen. Vieles ist auch ein wenig zu erwartungsgemäß. Besondere Herausforderungen stellen sich weder inhaltlich oder erzähltechnisch, noch sprachlich – am ehesten noch hinsichtlich der Plausibilität (aber darüber sprachen wir ja schon).
Kalkulierbare Unterhaltung – es gibt sicherlich anspruchsvollere Science-Fiction.

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