„Vorausschauend durchs Leben“ von Christian SCHOLL

Bewertung: 3 von 5.

Dies ist keine hochprofessionelle Publikation eines etablierten Verlages, sondern eher das persönliches Projekt eines engagierten Selfpublishers. Der Autor hat mir freundlicherweise seinen Text zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt.

SCHOLL hat in diesem Buch eine Menge zusammengetragen: Informationen, Meinungen bzw. Ratschläge verschiedenster Experten und persönliche Erfahrungen, Einschätzungen und Überzeugungen.
Die Inhalte betreffen Themenkomplexe, die sich vielleicht unter dem Titel „bewusste Lebensführung“ zusammenfassen ließen; es geht um Gesundheit, Zufriedenheit, Nachhaltigkeit, Work/Life-Balance, Altersvorsorge und letztlich auch um die Frage nach dem persönlichen Lebenssinn.
Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt, die sich jeweils einem Lebensabschnitt widmen.

Im ersten Teil geht es mit den biologischen Ausgangsbedingungen des Menschen los: Dieser startet bekannterweise sehr unfertig und bedarf länger als alle anderen Lebewesen intensiver Pflege und Fürsorge. Der Autor kommt aber dann rasch auf grundsätzliche Fragen zu langfristigen Zielsetzungen: Er möchte schon im ersten Lebensdrittel ein Bewusstsein dafür wecken, worauf es im Leben ankommt. Dabei stellt er die Fixierung auf ein rein materielles Streben in Frage und gibt – z.T. recht konkrete – Hinweise auf Möglichkeiten einer nachhaltigen Lebensführung.

Auch der zweite Teil wirft einen kurzen Blick auf die körperlichen Bedingungen; diesmal geht es um das allmähliche Einsetzen der Alterungsprozesse. SCHOLL rät dringend davon ab, Gesundheit und Lebensqualität einer Orientierung an Karriere-Zielen unterzuordnen. Er verweist auf die Notwendigkeit, sich bewusst Prioritäten zu setzen, erinnert an soziale und emotionale Bedürfnisse und gibt Anregungen z.B. in Richtung Meditation und Entspannung.

Der Trend zu konkreten Anleitungen setzt sich im dritten Teil des Buches weiter fort. Hier geht es nun endgültig um das gesunde und erfüllte Älterwerden. Dabei stehen Ernährungstipps im Vordergrund (sogar mit detaillierten Rezepten); die Rede ist aber auch von Bewegung, Schlaf, altersgerechter Wohnumgebung und technischen Hilfsmitteln.
Doch es dreht sich nicht alles um den Einzelnen: Der Autor vergisst nicht zu erwähnen, dass (ehrenamtliches) Engagement für andere bzw. für die Gesellschaft allen zugute kommt, letztlich auch durch persönliche Sinnstiftung.

Stellenweise liest sich SCHOLLs Buch wie ein sorgfältig recherchiertes Sachbuch – das übrigens mit jeder Menge detaillierten Quellenangaben aufwarten kann. An anderen Stellen hat man eher den Eindruck, dass ein nachdenklicher und gut informierter Mensch seine ganz persönlichen Lebensweisheiten weitergeben möchte.
Vielleicht ist es diese Uneinheitlichkeit des Stils, die den Text immer mal wieder ein wenig brüchig erscheinen lässt. Man ist doch als Leser manchmal überrascht, wenn neben Zitaten und Bezügen von bekannten Autoren (z.B. Precht, Harari) plötzlich eine Anleitung zum Yoga oder zur Herstellung eines Nasensprays angeboten wird.

Wem kann ich dieses Buch empfehlen?
Nun, es gibt bestimmt eine Gruppe von Lesern, die von den Ideen und Anregungen dieses Textes profitieren können. Das könnten m.E. insbesondere Menschen sein, die bisher nicht die Muße (oder das Geld) hatten, sich Informationen zu den angesprochenen Themen aus den verschiedenen Originalquellen zu verschaffen.
SCHOLL bietet mit diesem Text einen niederschwelligen Einstieg in die Selbstreflexion über Lebensziele und Lebensführung. Für manche Leser/innen könnte gerade der sehr persönliche Stil – mit seinen Ecken und kleinen Ungereimtheiten – der passende Zugang sein.

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