07.02.2020

Ich verfolge die bundesdeutsche Politik – altersbedingt – schon eine geraume Weile. Mich bedrängt aktuell der Eindruck, dass ich etwas Vergleichbares wie im letzten Jahr insgesamt und in den letzten Tagen speziell noch nicht häufig erlebt habe.

Was in den letzten 48 Stunden in und um Thüringen passiert ist, hätte in früheren Zeiten alleine ausgereicht, mehrere SPIEGEL-Titelgeschichten, lange Dokumentationen und – zeitverzögert – einen mehrteiligen Fernsehfilm zu füllen.

Heute kommen selbst die hyperaktiven Online-Redaktionen nicht mehr hinterher und schalten schon fast ganztägig auf Live-Ticker um. Es bleibt ja kaum Zeit, die Nachrichten zu Artikeln zu verdichten.

Wie lange können wir alle das so durchhalten? Wann sind wir übersättigt oder abgestumpft? Merken wir dann überhaupt noch, wenn es wirklich mal dramatisch wird?

Es sind hektische Zeiten. Und doch leben wir im Vergleich mit weiten Gebieten des Planeten in beneidenswerter Stabilität.

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