Öko-Europa?

Wir sind echt nahe dran!
Die EU-Kommission hat gerade einen Plan aufgelegt, der – auf dem Hintergrund eines Corona-Hilfspaketes – eine ökologische Erneuerung einleiten könnte, von der man in dieser Größenordnung noch vor kurzer Zeit kaum hätte träumen können.
Es wäre wohl kaum übertrieben, diese Initiative als weltweit einmalig und vorbildlich zu bezeichnen.

Es könnte sich also etwas bewegen – denn immerhin ist dieser Plan schon so etwas wie „offizielle“ Politik. So weit waren wir also tatsächlich noch nie!

Ein kleiner Haken: Die Umsetzung geht nicht ohne Zustimmung der Mitgliedsstaaten. Und hier gibt es kleinkariertes Gerangel um die Art der Unterstützung für die ärmeren Länder.

Es wäre mehr als bedauerlich, wenn jetzt eine große Chance vertan würde.
Es wäre ein Rückschlag, der in den nächsten Jahren kaum aufgeholt werden könnte – denn so große Finanzpakete werden nicht alle Jahre geschnürt.

Wenn Merkel diese Initiative in dem anstehenden EU-Vorsitz (zweite Jahreshälfte) über die Bühne bekommen sollte, wäre ihr der Platz in meinem persönlichen Geschichtsbuch sicher.

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Kleinlichkeit und Egoismus statt mutigem Gestalten

Wir befinden uns in einer wirtschaftlichen Ausnahmesituation, in der viele Grundsätze auf einmal keine Gültigkeit mehr haben. Wir erleben eine Krise, in der der Staat und seine schützenden und helfenden Finanzen plötzlich im Zentrum des gesellschaftlichen Lebens stehen. Für eine kurze Zeit scheint mal wieder der Staat stärker als die Wirtschaft und ihre Mächtigen zu sein.
Ganz plötzlich – unter dem Druck des unbekannten Virus – war der Mut und die Kraft vorhanden, vermeintlich „unmögliche“ Entscheidungen innerhalb weniger Tage zu treffen.
So weit, so – vermutlich – gut.

Wie schön wäre es gewesen, wenn aus dieser unerwarteten Zäsur noch etwas mehr entstanden wäre als das Ersetzen von Verdienstausfällen und der Gewährung von massenhaften Kurzarbeiter-Geld.

Vier Chancen (mindestens) hätte es gegeben (theoretisch gibt es sie natürlich immer noch):

  • Man hätte ein großzügiges Zeichen europäischer Solidarität geben können (was nach einigen Anlaufschwierigkeiten jetzt von Macron und Merkel versucht wurde und wohl auf dem Altar der europäischen Prinzipienreiter geopfert werden wird).
  • Man hätte alle unternehmensbezogenen Hilfsgelder mit der notwendigen Umsteuerung zu einem nachhaltigen Wirtschaften verbinden können (Lufthansa lässt grüßen).
  • Man hätte die lange überfällige Entschuldung der klammen Kommunen in Angriff nehmen können (wie jetzt von Scholz vorgeschlagen und erwartungsgemäß von den reicheren Ländern bzw. CDU und FDP abgelehnt).
  • Man könnte die Gelegenheit nutzen, um den völlig überforderten armen Ländern nicht nur kurzfristig, sondern auch längerfristig zu helfen (durch einen angemessenen Schuldenschnitt – der gerne an soziale und ökologische Bedingungen geknüpft sein dürfte).

Prioritäten und Initiativen solcher Art hätten das Zeug gehabt, die Krise nicht nur zu bewältigen, sondern sie für überfällige (aber bisher schwer durchsetzbare) Zielsetzungen zu nutzen.

Doch da ist inzwischen wieder der triste, zaudernde und partei-ideologische Alltag ausgebrochen.
So werden denn vermutlich die vielen Milliarden ausgegeben, ohne die echten Zukunftsprojekte zu berücksichtigen.
Schade!

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Ekel-Industrie

Die industrielle Fleischproduktion ist kein besonders angenehmer oder sympathischer Wirtschaftszweig. Sie ist das krasse Gegenteil.

Wir kennen aus den letzten Jahrzehnten zahlreiche Skandale rund um Tierzucht und Fleischverarbeitung. Jeder, der mal entsprechende Dokumentationen gesehen hat, kommt schnell auf die Idee, dass das ganze System ein Skandal ist.

Im Moment deckt Corona gerade mal auf, wie himmelschreiend miserabel die Arbeits- und Lebensverhältnisse der Menschen sind, die für uns in den Schlachthöfen die Sorte von Arbeit macht, die wir am liebsten gar nicht kennen würden (geschweige denn selbst tun).

Wie lange nehmen wir das alles in kauf, damit man die XXL-Grillschale im Supermarkt für 7,99 € kaufen kann?

Ich will Fleischkonsum nicht verbieten. Aber es muss schluss sein mit der Ekel-Industrie! Fleisch muss mindestens zwei- oder dreimal so teuer sein, damit es angemessen (artgerecht) „produziert“ und verarbeitet werden kann.

Dann kann man auch richtige Löhne zahlen und menschenwürdige Unterkünfte anbieten.

So einfach ist das!

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Nachtrag:

Ich habe es vor wenigen Minuten live im TV gesehen:

Unser Wirtschaftsminister hat die Frage verneint, ob eventuelle Kaufprämien für Autos an deren Umweltfreundlichkeit gekoppelt werden sollten. Er sieht die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie als vorrangiges Gut.

Ich wiederhole mich: Da ist etwas nicht verstanden worden.

Auf den wichtigen Diskussions-Beitrag, dass man darauf achten müsse, mit all dem Geld nicht alte Strukturen zu „retten“ reagiert Maischberger mit dem Wechsel zum Thema „Fußball“.

Danke, das reicht!

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Corona und die Autos

Ich bin ein prototypischer Vertreter der Auto-Generation. Seit meinem 18. Geburtstag besaß ich jeden einzelnen Tag meines Lebens einen eigenen PKW. Bis heute – und vermutlich noch eine Weile (je nach meiner Lebensdauer und Gesundheit).

Aber in diesen (fast 50) Jahren hat sich die Welt verändert. Das Auto ist von einem Wohlstands-, Status- und Kultsymbol zu einem – für viele noch – notwendigen Übel geworden. PS-Protze und SUVs werden von aufgeklärten, umwelt- und klimabewussten Menschen inzwischen als Dinosaurier betrachtet – kurz vor dem Aussterben.

Dann kommt Corona und der Auto-Absatz geht in die Knie. Wie ein Großteil der Wirtschaft. Und was schlagen die Konzernherren vor: Kaufanreize durch Prämien vom Staat, also vom Steuerzahler. Damit alles so bleiben kann, wie es war. Schnell noch ein paar Hunderttausend fahrtüchtige Autos entsorgen, damit noch auf den letzten Drücker die alte Technologie verkauft werden kann. Deutschland einig Autoland!

Nein, ich will nicht, dass VW, Daimler, BMW und Konsorten Pleite gehen. Ich halte es für legitim, dass innovative, zukunftssichere Verkehrssysteme auch staatlich gefördert werden. Davon sollen gerne auch die Auto-Konzerne und vor allem ihre Beschäftigten profitieren. Aber zielgerichtet!

Haben wir es nicht beim Bergbau alle erlebt: Jahrzehntelange Subventionen haben einen als systemrelevant und identitätsstiftend erklärten Wirtschaftszweig künstlich am Leben erhalten und dadurch die sowieso unvermeidbare Umstellung nur unnötig hinausgeschoben und verteuert. Alternative Energiekonzepte gab es schon in den 70iger und 80iger Jahren. Aber es ging ja um die Kumpels!

Wir müssen aufpassen, dass die Auto-Beschäftigten nicht die Kumpels von morgen werden. Wenn wir mit Hilfe von staatlichen Subventionen so tun, als ob die alte Auto-Welt mit ihrer alten Auto-Logik weiter funktionieren könnte – dann verschieben wir die notwendigen Anpassungen und Umsteuerungen. Mal wieder, weil wir nur an die Arbeitsplätze von heute, nicht aber an die von morgen denken.

Wir werden in 20 Jahren keine Auto-Städte mehr haben wollen und können. Wir brauchen eine nachhaltige Mobilität. Schrittweise, natürlich. Aber schrittweise darf nicht heißen, dass man undifferenziert in das bisherige System hineininvestiert.
Jeder Anreiz muss ein Nachhaltigkeits-Anreiz sein – alles andere wäre nicht zu verantworten.

Was wir brauchen sind kleinere, leichtere, sauberere Fahrzeuge. Was wir brauchen sind moderne öffentliche Transportsyssteme – gerne auch gebaut von Daimler und Co.
Es kann doch nicht sein, dass im Jahr 2020 Prämien dafür gezahlt werden, dass sich – sowieso recht wohlhabende – Menschen Autos mit 200 PS oder mehr kaufen.

Hat da jemand was nicht verstanden?

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17.04.2020

Ebikes

Es gibt auch noch andere Themen in der Presse. Gelegentlich.

Auf ZEIT-online gibt es eine Serie über Ebikes. Durchaus löblich!
Da erfährt man doch tatsächlich, dass Elektromobilität mit dem Fahrrad nicht nur etwas für Alte, Faule oder Invalide ist. Wow!

Es sollen sogar schon Menschen unter 40 auf einem Ebike gesichtet worden sein: unfassbar! Gerüchteweise haben sich sogar in Einzelfällen schon echte Designer mit dieser Produktklasse befasst! Kaum zu glauben!

Vermutlich werden demnächst diese Bikes auch noch außerhalb des Sanitäts-Fachhandels vertrieben…

Toll – mal was anderes als Corona zu lesen…

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02.03.2020

Eine Meldung kurz vor Tagesende: Unsere Umweltministerin startet eine Initiative zur Verbesserung der Energiebilanz der Digitalwirtschaft.

Das ist sinnvoll und überfällig. Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet das „smarte“ digitale Leben zu einem der weltweit größten Energie- und Rohstofffresser wird.

Auch hier geht es nicht ohne Regeln und Vorschriften. Die EU ist dabei durchaus ein Machtfaktor.

Es geht aber auch um Bewusstseinswandel: Wie chic ist es, ein Smartphone zu haben, das nach- und aufgerüstet werden kann? Kann es sich ein Streamingdienst in Zukunft noch leisten, seine Serverhallen noch mit „schmutzigem“ Strom zu betreiben?

Es gibt keinen Grund, der digitalen Verschwendung mehr Toleranz entgegenzubringen als der Anologwirtschaft.

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28.02.2020

Was  hat der Corona-Virus mit dem Klimawandel zu tun?

Das Foto zeigt das Konservenregal bei Lidl.

Wir – fast alle – fühlen uns von Tag zu Tag etwas stärker bedroht von dem neuen Virus, der in aller Munde ist (zum Glück noch nicht im wörtlichen Sinne). Das ist auch nachvollziehbar und verständlich: Schließlich handelt es sich um einen unsichtbaren Feind, dem man sich weitgehend hilflos ausgeliefert fühlt. Um ein gewisses Kontrollgefühl zu behalten, informiert man sich und trifft vielleicht auch schon gewisse Vorkehrungen, z.B. beim Einkauf  („man weiß ja nie“). Eine gewisse Beklemmung bleibt, weil das Gefühl entsteht, dass sich das Leben bald ganz plötzlich ganz anders anfühlen könnte: Einschränkungen, Infragestellung aller möglichen Selbstverständlichkeiten, Angst um Gesundheit und Leben.

Auch der Klimawandel ist in gewisser Weise unsichtbar und ganz sicher bzgl. der Folgen unkalkulierbar. Gegen ihn wird es auch in ein oder zwei Jahren keinen Impfstoff geben. Seine langfristigen Konsequenzen könnten sogar noch für unsere Generation das Alltagsleben dramatisch verändern; vermutlich sogar unumkehrbar.

Gedankenspiel: Stellen wir uns mal vor, es wären bereits ein paar Hunderttausend Menschen ernsthaft erkrankt; alle Isolier- und Intensivstationen wären hoffnungslos überfüllt, Teile der Wirtschaft lägen brach.
Wären wir unter diesen Umständen vielleicht bereit, einige Unbequemlichkeiten oder Einschränkungen in Kauf zu nehmen – wenn damit die Chancen auf persönliche Unversehrtheit deutlich erhöht würden? Würden wir vielleicht sogar auf 10% unseres Wohlstandes verzichten, wenn nur das Unheil an uns vorbeiziehen würde?

Ihr wisst längst, worauf ich hinauswill. Wir hätten allen Grund, den Klimawandel genauso ernst zu nehmen wie den tückischen Virus. Sehen und anfassen können wir beides nicht (direkt); aber wir kennen die Gefahren und wissen, dass es andere schon erwischt hat.

Das Gegenmittel für die Klima-Gefahr ist schon bekannt: Weniger CO2-Ausstoß. Vielleicht sollten die Menschen, die jetzt die Apotheken wegen Atemmasken stürmen, mal nachlesen, dass es gestern in der Antarktis so warm war wie in Kalifornien.

Ein paradoxer Nebeneffekt: Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie – die Wachstumsdelle – werden dem Klima ein wenig helfen. Das kann und soll aber nicht die Lösung sein!

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16.02.2020

Windräder.

Was ist schlecht an Windrädern? Warum freut sich nicht jeder Bürger über ein sich drehendes Windrad?

Mit jeder Drehung wird moderner Strom erzeugt und irgendwo anders CO2 eingespart. Eigentlich müsste jedes Windrad ein wohliges und stolzes Gefühl erzeugen.

Windräder sind ein Symbol für die Energiewende. Man sollte jedem einzelnen Rad einen Namen geben. Gerne auch einen Kosenamen.

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15.02.2020

Mir tun die Klimawandel-Leugner in diesen Tagen mal wieder richtig leid.

Wir erleben auf der einen Seite mal wieder einmal Temperatur-Rekorde, die sich an die Auswertungen der letzten Jahre nathlos anfügen.
Gleichzeitig werden fast im Tagestakt Studien veröffentlicht, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass bisherige Vorhersagen revidiert werden müssen.
Immer in die gleiche Richtung, übrigens.
Die Messungen übertreffen mit ihrer Dramatik die Computer-Modelle, oft sehr deutlich.

Das zum Thema „Panikmache“.

Es ist kein Trost für die Leugner-Fraktion in Sicht…


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