Die 30-Jahr-Feier

Ich habe heute die Rede unseres Bundespräsidenten und ein wenig Rahmenprogramm gesehen.
Dabei habe ich überlegt, in wie vielen Staaten dieser Welt wohl eine vergleichbare Veranstaltung zu einem Ereignis von nationaler Bedeutung in dieser angenehmen Art abgelaufen wäre.

Es geht mir nicht darum, unser Land irgendwie hervorzuheben. Was ich ausdrücken will, ist meine Dankbarkeit über das Glück, in einem Staatswesen leben zu dürfen, in dem man sich weitgehend mit dem identifizieren kann, was sein oberster Repräsentant öffentlich sagt.
Man muss sich nicht schämen für pathetischen Nationalstolz, für säbelrasselnden Patriotismus oder für überhebliche Selbstbeweihräucherung. Hier muss kein Deutschland „great again“ werden oder geworden sein. Alles ist maßvoll, abgewogen, selbstkritisch und uneitel. Niemand wird ausgegrenzt, niemand muss ich unverstanden fühlen, nichts wird glorifiziert.

Die musikalischen Beiträge, die ich gesehen habe, passten ins Bild. Es war ein modernes Deutschland, das sich da gezeigt hat – keine steife Hochkultur-Klassik, erst recht keine Marschmusik.

Wie sympathisch auch eine offizielle Feierstunde sein kann!

Ob den Menschen, die sich gerade so leidenschaftlich von unserem Gemeinwesen und deren Institutionen abgrenzen wollen, das alles bewusst ist?
In welcher Art Staat wollen sie leben?
Was wurde versäumt – dass es nicht gelungen ist, sie von den Stärken unserer Gesellschaft zu überzeugen?

Ich finde jedenfalls: So darf man feiern – so darf sich auch eine Nation mal feiern!
Mit dem Stil von Trump, Putin, Erdogan (und vielen anderen) hat das nichts zu tun.

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