Die App ist da!

Die deutsche Gründlichkeit hat mal wieder zugeschlagen: Es musste die „weltbeste“ App sein, weit ab von jedem Verdacht, irgendein Datenschutzrisiko zu beinhalten.
Und natürlich ist sie freiwillig, freiwillig, freiwillig!

Ich bin gespannt, ob es trotzdem eine Boykott- und Ablehnungsszene geben wird. Einfach, weil man ja gegen das sein muss, was irgendwie „staatlich“ ist. Weil Staat bedeutet ja offensichtlich, Kontrolle, Ausspionieren, Datensammeln.
Der Staat ist ja irgendwie immer der Gegner.

Vielleicht bin ich ja naiv. Es liegt wohl daran, dass ich noch nie in einem Unrechtsregime leben musste. Ich bin irgendwie mit dem Gefühl aufgewachsen, dass der Staat ein absolut notwendiger Dienstleister ist, der – letztlich in meinem Auftrag und meistens in meinem Interesse – Dinge für mich regelt und bereitstellt, die mir sonst sehr fehlen würde.

Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich habe schon bei dem Volkszählungs-Konflikt in den 1970-iger Jahren nicht wirklich verstanden, warum der Staat nicht wissen sollte, wo wie viele Personen leben. Tatsächlich habe ich damals – trotz grundsätzlich „progressiver“ Einstellung – nicht protestiert, sondern war als Volkszähler unterwegs (habe von meinem Verdienst u.a. die stilbildende „Deep Purple in Rock“ gekauft).

Von mir aus dürfte es auch einen zentralen Speicher der Corona-Daten geben. Aber wenn das nicht sein muss – ums so besser!
Ich möchte nur keine endlosen Diskussionen hören und sehen über die „Restrisiken“ dieser App. Ich glaube, ich wäre kein sehr geduldiger Gesprächspartner.

Ein schlauer Mensch hat die Tage – sinngemäß – gesagt: Jeder Smartphone-Besitzer, der ein Google-, Facebook- oder Microsoft-Konto hat, sollte zwangsverpflichtet werden, auch die Corona-App zu installieren. Die Auswirkungen auf die persönliche Durchleuchtungs-Dichte wäre selbst mit den empfindlichsten Instrumenten nicht messbar.

Also bitte: Installiert die App und beschäftigt euch dann mit wesentlichen Dingen!

Nachtrag:
Ich habe gerade die – verständliche – Frage bekommen, ob die App denn unter den aktuellen Bedingungen überhaupt noch so sinnvoll sei.
Meine Antwort: Ich sehe in einem möglichst flächendeckenden Runterladen der App auch ein gesellschaftliches Zeichen, eine Art Volksabstimmung für Vernunft und Verantwortung.

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