„Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers“ von Bill Bryson

Dieses Buch habe ich gewählt, weil mich ein Vorgänger-Werk des Autors sehr beeindruckt hatte („Eine kurze Geschichte von fast allem“). Der Journalist hat inzwischen eine kleine Reihe ähnlicher Titel publiziert.

Zum Inhalt muss man nicht viel sagen: Der menschliche Körper wird systematisch beschrieben – hinsichtlich seines Aufbaus, seiner Funktionsweise und den damit verbundenen Risiken und Krankheiten. Wie für Bryson typisch, erfährt man auch eine Menge darüber, wer unter welchen Umständen bestimmte Erkenntnisse gewonnen hat und wie sie zum Bestandteil des anerkannten Wissens geworden sind.

Interessanter ist da wohl der Stil bzw. die Didaktik.
Dass Bryson Journalist – und kein trockener Wissenschaftler – ist, spürt man fast in jeder Zeile. Der Autor bemüht sich sozusagen ununterbrochen darum, Fakten möglichst anschaulich und mit einem humoristischen Unterton zu vermitteln. Dazu benutzt er immer wieder Vergleiche bzw. Bilder, die z.B. Mengen- und Größenverhältnisse auf eine beeindruckende Art nachvollziehbar machen. Auch schildert er die manchmal allzu kleinkarierten Konflikte um den Ruhm für bestimmte Entdeckungen mit einer gewissen ironischen Zuspitzung (nach dem Motto: „Wissenschaftler sind auch nur Menschen“).
Dabei ist Bryson weder oberflächlich noch respektlos. Aber er pflegt einen „lockeren“ Stil, der das Lesen (Hören) eben auch unterhaltsam und kurzweilig macht. Trotzdem ist in dem Text auch ein Staunen, manchmal auch eine fast ehrfürchtige Demut angesichts der Leistungen der „Natur“ und ihrer Erforscher zu erspüren.

Bryson hat ein populärwissenschaftliches Sachbuch geschrieben, an dem es eigentlich nichts zu meckern gibt.
Die einzige Frage ist, ob man zu der passenden Zielgruppe gehört: Ein interessierter Laie mit viel Neugier bzw. Wissensdrang und einem Sinn für dezenten Humor wäre sicher der optimale Leser. Ein spezifisches Interesse für den menschlichen Körper und seine potentiellen Erkrankungen sollte man schon mitbringen – sonst ist die Informationsdichte schnell zu hoch.

Persönliche Schlussbemerkung:
Der Leser/die Leserin sollte kein Hypochonder sein! Die Konfrontation mit der Komplexität all der unzähligen und permanent aktiven biologischen Vorgänge lassen zwischendurch immer mal wieder den Gedanken entstehen, dass diese Prozesse ja nicht wirklich „in Echt“ dauerhaft funktionieren können. So habe ich mich beim Hören wiederholt gewundert, dass ich am Ende des Kapitels tatsächlich immer noch lebe…

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