„Mensch, Erde!“ von Dr. Eckart von HIRSCHHAUSEN

Bewertung: 5 von 5.

Wer sollte im Jahre 2021 eine/n Leser/in noch mit einem Klima-/Umwelt-/Nachhaltigkeitsbuch locken können? Alle Informationen sind bekannt, alle Appelle wurden gehört (und meist überhört), alle einschlägigen Autoren haben bereits (mindestens) ein schriftliches Statement abgegeben. Was soll jetzt noch kommen – außer mehr desselben?
Die Antwort gibt HIRSCHHAUSEN mit seinem Buch „Mensch, Erde!“

Die Mischung macht’s!
HIRSCHHAUSEN schreibt sehr persönlich, er informiert glasklar und gut aufbereitet, er spricht gekonnt die Emotionen an und er unterhält mit einem allgemeinverständlichen Humor. Der Autor ist mit diesen Zutaten inzwischen sein eigenes Markenzeichen geworden.
HIRSCHHAUSEN schafft eine Art „Quadratur des Kreises“: Als prominenter, mainstream-tauglicher TV-Onkel-Doktor zeigt er eine bewundernswerte Eindeutigkeit in seinen Wertungen und in seinem Engagement. Er wirkt dabei für eine große Zielgruppe in einem hohen Ausmaß glaubwürdig, weil man ihm einfach keine ideologische Motive unterstellen kann. Hier schreibt jemand, der seine Überzeugung nicht aus einem Parteiprogramm ableitet, sondern der als neugieriger Human-Wissenschaftler neueste Forschungsergebnisse mit einem menschenfreundlichen „gesunden Menschenverstand“ verbindet.
Kurz gesagt: Dieser Autor und dieses Buch sind ein Glücksfall für die Nachhaltigkeits-Bewegung!

Der Aufbau des Buches macht das Lesen zu einem unterhaltsamen Vergnügen. Es wechseln sich ab: persönliche Erfahrungen und Anekdoten, Begegnungen und Interviews mit Wissenschaftlern, Fakten-Darstellung mit anschaulichen Info-Grafiken, Zitate und Liedtexte, knackige Argumentations-Thesen und emotionale Apelle an Vernunft und Verantwortung. So entsteht ein Kaleidoskop an Informationen, Anstößen und Anregungen, dem man sich kaum entziehen kann.
Damit die Stimmung nicht ins Negative bzw. ins Resignative kippt, spart HIRSCHHAUSEN nicht mit Humor und Optimismus. Locker-flockige Sprüche und positive Beispiele für gelungene Projekte verhindern so, dass sich griesgrämiger Fatalismus breit macht.
Der Autor kämpft nicht für eine Welt voller Verzicht und Einschränkungen, sondern für eine lebenswertere Zukunft – er ist alles andere als ein Genuss-Verächter.

Dieses Buch hat das Zeug, wirklich eine breite Mehrheit von gutwilligen Menschen zu erreichen und mitzunehmen – wenigstens ein kleines Stück.
Wem die hier unterhaltsam und einprägsam dargestellten Ziele am Herzen liegen, der sollte dieses Buch nicht nur lesen und weitergeben, sondern es auch möglichst vielen Menschen bei nächster Gelegenheit schenken.
Es ist die ideale Lektüre für all diejenigen, die zwar eine gewisse Besorgnis hinsichtlich Klima und Umwelt spüren, aber vielleicht gegenüber üblichen Sachbüchern eine innere Schwelle in sich tragen. Das Buch bietet aber auch denjenigen, die andere (Zweifler und Skeptiker) überzeugen wollen, eine Fülle von Material und Argumenten.

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