Wetter-Extreme am falschen Ort?

Es hat fast etwas Tragisches: Zwar weisen die aktuellen Hitzerekorde im westlichen Nordamerika (49,5 Grad) und in Finnland (33,5 Grad) in einer nie gekannten Eindeutigkeit auf die katastrophalen Auswirkungen der menschengemachten Klimaveränderung – aber ausgerechnet im Wahlkampfland Deutschland dämpft der insgesamt gemäßigte Sommer die Klima-Diskussion deutlich.

Das ist keine Nebensache: Man stelle sich nur einmal kurz vor, welche Bedeutung die Baerbock-Verfehlungen wohl hätten, wenn auch unser Land gerade mit einer Hitze- und Trockenheitsphase zu kämpfen hätte, wenn die Todeszahlen von Hitzeopfern die Corona-Toten längst in den Schatten gestellt hätten. Und wie anders dann mit dem halbherzigen Rumgedruckse der angeblich so klimabewussten anderen Parteien öffentlich umgegangen würde.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Natürlich wünsche ich mir so eine Lage – und die damit verbundenen Risiken – nicht herbei. Aber es macht schon traurig, wütend und ein Stück fassungslos, dass die Zufälligkeiten der diesjährigen globalen Wetter-Entwicklung letztlich darüber entscheiden, in welchem Ausmaß in den nächsten – extrem bedeutsamen – vier Jahren die überfällige Umsteuerung erfolgt.

Pech für die GRÜNEN? Nein: Pech für uns alle!

Jede/r weiß, dass die globale Bedeutung der Klima-Politik in Deutschland weit über den eigenen Anteil am CO2-Austausch (2%) hinausgeht. Der „Ruck“, der von beherzten und konsequenten Entscheidungen bei Energie, Verkehr, Landwirtschaft und Produktion ausgehen würde, wäre weltweit zu spüren.

Es hängt also tatsächlich etwas ab, von der Wahl im September. Sollte aus der angeheizten Anti-Baerbock-Kampagne am Ende das schlechteste Szenario entstehen – eine Regierungsbildung ganz ohne Beteiligung der GRÜNEN – dann wäre das für den Kampf gegen den Klimawandel ein massiver Rückschlag. Es geht also um mehr als um die Befindlichkeiten der GRÜNEN-Anhänger.

Wir sind spät dran! Auch wenn wir gerade keine 40 Grad haben und die Klima-Katastrophe nur am Bildschirm erleben!

Eine Antwort auf „Wetter-Extreme am falschen Ort?“

  1. Die Analyse ist absolut zustimmungswürdig, auch wenn ich was die Grünen in Regierungen betrifft, auch nur das geringere Übel erwarte, wie die Erfahrungen lehren. Entsetzt bin ich darüber, das Irrelevates, wie die Schwächen der Grünen Kanzlerkandidatin, im Wahlkampf zu Relevanten hochstilisiert w.erden.

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