„Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher

Ich habe mir dieses Buch von David Nathan (einem tollen Hörbuch-Sprecher) vorlesen lassen. Die TV-Serie „Babylon Berlin“ habe ich nicht gesehen; das Buch hat mich aber dann doch interessiert.

Nasse Fische sind ungelöste Mordfälle.
Wir begleiten einen jungen Kriminalkommissar, der nach einem etwas problematischen Einsatz in seiner Heimat Köln nach Berlin in die Abteilung „Sitte“ gerät. Dieses Berlin der späten 20-ziger Jahre brodelt – gesellschaftlich, kulturell und politisch.
Das Buch beginnt extrem brutal – konzentriert sich dann aber auf die Darstellung von Beziehungsgeflechten: im Polizeihauptquartier, im privaten Umfeld, in den kriminellen Strukturen und im kulturellen bzw. politischen Milieu.

Dieser zeitgeschichtlich eingebettete Krimi unterhält auf einem angenehmen Niveau. Die Identifikation mit dem Protagonisten gelingt problemlos; man nimmt recht gelassen hin, dass er nicht immer den geraden Weg geht. Die Handlung bietet Verwicklungen und Überraschungen .
Natürlich gibt es auch eine Love-Story mit einemausreichend komplizierten Verlauf.

Die eigentliche Leistung des Romans liegt in der Vermittlung eines historischen Einblicks in die spannende Zeit zwischen Kaiserzeit und Nazi-Machtergreifung. Man spürt auf der einen Seite die Vorzeichen einer hedonistischen Moderne, gleichzeitig türmen sich die dunklen Wolken des Machtkampfes zwischen den politischen Extremen am Horizont auf.

Insgesamt eine lohnende Lektüre für Menschen, die sich über das hinaus anregen lassen wollen, was eine gut konstruierte Geschichte leisten kann.

Viellicht schau ich doch nochmal in die TV-Serien rein…

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