Annalena bei Anne

Anne Will hat sich vorbereitet. Sie stellt erst ganz normal ihre anderen Gäste vor, um dann die GRÜNE Kanzler-Kandidatin einer Sonderbehandlung zuzuführen: Ein „Einzelgespräch“ – wohl eher als Kreuzverhör geplant.

Die vermuteten „offenen Flanken“ waren keine Überraschungen: Es ging um die vermeintlichen Querschläge durch Habeck, um das eigene Kompetenzprofil („fehlende Regierungserfahrung“) und um die angebliche Inkonsequenz bzw. Anpassung bei den Klimazielen.
Das Ergebnis: Auch durch wiederholtes Nachfragen konnte Anne Will keinen Punkt machen.

Bearbock war nicht nur sicher und klar in ihren Antworten, sondern bewies die Souveränität, Wills Fragen teilweise regelrecht dumm aussehen zu lassen. Sie hat so den Eindruck entstehen lassen, dass nicht sie sich für ihre Antworten rechtfertigen müsse, sondern eher die Moderatorin für ihre seltsamen Fragen.
So erschienen letztlich die Antworten logischer als die kunstvoll gesetzten Fragen.

Toll gemacht! Ein klarer Punktsieg für Annalena gegen Anne!

Eine Antwort auf „Annalena bei Anne“

  1. Ich habe die Sendung nicht gesehen (du weißt, um diese Uhrzeit kuschle ich bereits mit meinen Hunden in meinem Bett). Bei deiner kurzen Schilderung kam mir schon wieder die Galle hoch und meine Gefühle lassen sich leicht anhand deines letzten Satzes erklären. „Ein klarer Punktsieg für Annalena gegen Anne“ Worum geht es eigentlich oftmals den ModeratorInnen, JournalistInnen? Welche Form der Auseinandersetzung demonstrieren sie der Öffentlichkeit, womit glauben sie „punkten“ zu müssen? Immer wieder habe ich den Eindruck, dass es in Interviews und Talkshows nicht darum geht, einen Menschen (auch PolitikerInnen sind Menschen, wage ich zu behaupten) dem Publikum mit ihren Ideen, Haltungen und ihrer persönlichen Ausstrahlung vorzustellen, ihnen Raum zu geben, auch vielleicht nicht nachvollziehbare oder kritische Punkte darlegen zu können. Nein es geht darum, sie vorzuführen. Damit punkten dann in einer aufgeheizten Gesellschaft die ModeratorInnen. Ja super. Anstatt dem Volk aufzuzeigen, wie eine Debattenkultur funktioniert, die lösungsorientiert ist, tanzen die Herren und Damen von der Presse wie „Ich bin ein Star holt mich hieraus“ auf der Bühne der Eitelkeiten.

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