„Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen“ von John GREEN

Bewertung: 4 von 5.

John GREEN ist ein sensibler Mensch, der bereits in seiner Kindheit mit Krankheit und Leid konfrontiert war. Sicher haben auch die Erfahrungen, die er als studentischer Seelsorger in einem Kinderkrankenhaus gemacht hat, dazu beigetragen, dass er einen sehr emotionalen Zugang zur Welt hat. Seine bisherigen Bücher waren insbesondere bei jungen Lesern/Leserinnen außerordentlich erfolgreich.

Der Autor setzt seine Kompetenzen – eine scharfe Beobachtungsgabe, ein feines Gefühl für die „kleinen Wunder“ des Alltagslebens und eine sehr gefühlvolle und direkte Sprache – diesmal für eine Art persönliche Zwischenbilanz seines Lebens ein.
Er macht sich das internet-typische 5-Sterne-Bewertungssystem zu eigen, um ein breites Spektrum von Phänomenen zu bewerten, die nur eine Gemeinsamkeit haben: Sie waren zu irgendeinem Zeitpunkt so bedeutsam für den Autor, dass er sie auch aktuell noch als einen Teil seiner Lebensgeschichte und meist auch seiner Identität betrachtet.
In diesem bunten Strauß von Themen finden sich Ereignisse, Gegenstände, Orte, Traditionen, Musikstücke, usw.

Natürlich enthalten die vielen kurzen Geschichten außer ihrem spezifischen Inhalt immer auch eine Portion der grundsätzlichen Botschaften, für die GREEN geschätzt und verehrt wird. Es geht immer irgendwie um zutiefst emotionale Facetten, die etwas mit intensivem Erleben, mit Empathie, mit Begeisterung, Leid oder Absurditäten zu tun haben.

Der Autor ist ein wahrer Menschenfreund und reflektiert gerne und viel über die den Platz, die Aufgabe und den Sinn des Menschen in diesem unendlichen Kosmos. Dabei ist er angenehm bescheiden und motiviert durch seine Betrachtungen auch seine Leser/innen dazu, eine Sensibilität für die Schätze des Alltags zu entwickeln.
Doch er redet die Welt und das Leben auch nicht schön: Der Realität von Leid und Sinnlosigkeit weicht er nicht aus – und findet doch immer wieder Zuversicht und Lebensmut.
Wir sind zwar – kosmisch betrachtet – nur kurzlebige Staubkörner, aber unsere Empfindungsfähigkeit macht uns doch zu etwas Besonderem.
Seine Empfindungsfähigkeit macht John GREEN zu einem lesenswerten Schriftsteller!

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